Kompostkurs

Beitrag von Angelika, Juni 2013: 

Am vergangenen Freitag hat uns Edith Egli von der Stadtgärtnerei Basel in Karins Garten praktisch gezeigt, wie’s geht: das Kompostieren im Garten oder auch auf dem Balkon.
Die Kompostberatung der Stadtgärtnerei ist sehr zu empfehlen – und wer in Basel Stadt wohnt, bekommt sogar das komplette Kompost- zubehör gratis!
Für die, die es noch nie versucht haben, zeigte sich, dass es ganz einfach ist – und auch für Kompostprofis waren Tipps dabei. Das Infoblatt „Balkonkompost bei Platzmangel“ ist auf der Website schon verlinkt, deshalb hier nur ein paar Hinweise und Tipps, die vielleicht erstaunen oder leicht vergessen gehen:
  • Bei der Kompostmethode, die die Stadtgärtnerei Basel empfiehlt, sind anscheinend gar nicht so sehr die Kompostwürmer, sondern die Bakterien entscheidend, und die sind nicht so kälteempfindlich wie Würmer, sie überleben sogar auch, wenn der Kompost mal einfrieren sollte.
  • Die Bodenlebewesen fressen nur an den Schnittstellen, also den verletzten Stellen des organischen Materials. Deshalb: Je kleiner das Material verschnitten wird, desto schneller wird daraus Kompost. Für den Garten wurden etwa daumenlange Stücke empfohlen, für den Balkoneimer muss es sehr klein sein. Das Kleinschneiden ist vor allem bei Schalenfrüchten (Zitrone, Orange, Avocado etc.) wichtig, denn die Schalen sind ja ein natürlicher Schutz vor dem Angefressen-Werden. Und anscheinend hat sich gezeigt, dass bei Zitrusfrüchten, die mit Fungiziden behandelt wurden, dann keine Rückstände im Kompost gefunden wurden, wenn sie gut zerkleinert wurden. Wurden sie kaum zerkleinert, fanden sich Rückstände.
  • Ob die Feuchtigkeit des Ganzen stimmt, lässt sich schnell prüfen: Wenn es dunkelbraun aussieht und sich in der Hand ungefähr so feucht wie ein ausgedrückter Schwamm anfühlt, ist es genau richtig. Bei hellbrauner Farbe ist’s zu trocken, und wenn beim Drücken in der Hand Wasser raustropft, ist es zu feucht.
Das Mischverhältnis von organischem Material und Häcksel (den gibt es gratis bei der Stadtgärtnerei) sollte 1:1 sein, sonst bekommen die Bodenlebewesen nicht genug Luft. Und damit sie wirklich den ganzen Kompost auch bis zu den Rändern durcharbeiten und sich nicht ins Innere zurückziehen, brauchen sie es schön dunkel.
Weil ein Kompost von oben nach unten aus drei verschiedenen Phasen mit verschiedenen Lebewesen besteht, immer nur den oberen Teil durchmischen.

Und zur Frage, was nicht in den Kompost sollte: Auf keinen Fall Asche und kranke Pflanzen. Knochen verrotten einfach zu langsam. Auch Pfirsichsteine und Baumnuss-Schalen brauchen lange, aber sie wirken belüftend und können bei der Kompost-„Ernte“ einfach ausgesiebt werden. Zu Fungiziden bei Zitrusfrüchten: siehe oben (klein schneiden). Auch bei Eierschalen ist es wichtig, sie klein zu drücken. Mit Erde können die Bodenlebewesen nichts anfangen, weil es ja sozusagen das „Endprodukt“ des ganzen Vorgangs ist. Bei unerwünschten Pflanzen („Unkraut“) sollten Samen und Wurzeln entfernt oder ganz darauf verzichtet werden, sie zu kompostieren. Kaffeesatz ist gut, aber schimmelt leicht, wenn die Kompostbedingungen nicht stimmen.

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