Keimlinge pikieren und abhärten

Wer Anfang/Mitte März ausgesät hat, dürfte inzwischen viel frisches Grün in den Schalen und Töpfchen vorfinden. Zu eng stehende Pflanzen sollten im Zweiblattstadium pikiert d.h. vereinzelt werden, so dass sie sich ungestört weiter entfalten können.

Töpfe aus Pappe und trockene Erde saugen viel Feuchtigkeit auf. Solche Töpfchen sollten anfangs in einem Wasserbad stehen, damit sie den Setzlingen nicht die zum Anwachsen benötigte Feuchtigkeit nehmen.
Am besten eignet sich ein Teelöffel, um die Erde vorsichtig zu lockern und die Keimlinge mit samt den Wurzeln in ein größeres Gefäß zu heben, siehe Radieschen.

Tomaten, Rukola und Paprika bei ihrem ersten Besuch auf dem Balkon. Die Keimlinge bei geeigneter Temperatur ab und zu einmal nach draußen stellen, um sie abzuhärten. Die hellgrünen Pflänzchen sind sehr lichtempfindlich und sollten nicht zu lange in die Sonne, sonst verbrennen sie. Das Sonnenlicht verhindert, dass Schießen und lässt die Blattfarbe nach einigen Wiederholungen von hell in ein dunkleres Grün übergehen.

Hinsichtich der Töpfe gibt es viele Möglichkeiten. Die Baumärkte bieten in dieser Zeit ein sehr großes Sortiment, aber man muss nicht unbedingt den Laden aufsuchen. Oft hat man kleine Töpfe aus der vergangenen Saison. Diese mit Wasser und ein wenig Spülmittel auswaschen, so dass nicht allfällige Krankheiten der Vorgängerpflanze auf die Keimlinge übertragen werden. Außerdem eignen sich Joghurtbecher, in deren Boden ein Loch gestochen wurde. Wer möchte kann auch selbst basteln. Man benötigt Zeitungspapier, eine Deoflasche und natürlich Erde. 


Zeitungspapier z.B. in DinA5-Format zuschneiden, eine Seite falten, um die Topfkante zu verstärken. Die umgeknickte Kante straff um die Mitte einer Deoflasche wickeln. Durch hin und herschieben die Tiefe des Topfes bestimmen. Das überstehende Papier in die Rundung am Boden der Deoflasche drücken. Fertig! Den Papiertopf vorsichtig abziehen. Mit Erde füllen und dicht an dicht in eine Plastikschale stellen. Nun können die Setzlinge mit Hilfe des Löffels umziehen. Die Setzlinge vorsichtig andrücken, gut feucht halten. Nach einem kurzen Wachstumsstop, in dem sich die Wurzeln im neuen Topf verankern, wachsen die Pflanzen einzeln weiter und können später mühelos getrennt und ausgepflanzt werden.

Hier ein Film mit einer weiteren Möglichkeit

Gewürzfenchel frisch pikiert. Vorsichtig gießen, am besten mit der Sprühflasche. Obstverpackungen wie diese grüne Schale eignen sich hervorragend.

Chilipflanzen in gekauften Töpfchen. Die Wurzeln wachsen später durch solche Presstöpfchen hindurch, so dass die Pflanze samt Topf eingesetzt werden kann. Es gibt solche Töpfe auch ohne Torfanteil, sie sind leider nicht ganz billig.